MEINUNG & DEBATTE:
Der Schweizer Tierschutz STS veröffentlicht unter dem Format Meinung & Debatte Diskussionsbeiträge mit dem Ziel, das Tierwohl im komplexen Themenfeld der Nachhaltigkeit besser einzuordnen. Wie wir mit den Tieren umgehen, hat Auswirkungen auf die Umwelt und unsere Gesundheit. Der STS legt Wert auf das Wissen zu diesen Wechselbeziehungen zwischen dem Tier und seiner Umwelt und stellt somit regelmässig in Diskussionsbeiträgen solche Spannungsfelder vor.
Dr. Ing. Agr. ETH Stefan Flückiger, STS-Geschäftsführer Agrarpolitik
Schadet oder nützt mehr Tierwohl der Umwelt?
Dr. Andreas Bosshard und Veronica Buchmann, Ö+L GmbH
(Foto: Adobe Stock)
Ö+L GmbH hat im Auftrag des STS eine Übersicht über die Auswirkungen des Tierwohls auf die Umwelt und weitere Nachhaltigkeitsparameter erstellt. Die Grundlage dafür bildete das Nachhaltigkeitstool 3V und die im Rahmen des Projektes 3V gesichtete Literatur. Die Analyse zeigt: Mehr Tierwohl führt in den meisten Fällen zu erheblich mehr Umweltschutz.
Geliebt, gepflegt, aufgegessen –
vom ambivalenten Umgang mit dem Tier
Dr. Christina Hartmann, Oberassistentin an der ETH Zürich, Gruppe Consumer Behavior
Mit dem neuen Forschungsgebiet der Mensch-Tier-Interaktion sollen die Beziehungen besser verstanden werden. (Foto: Adobe Stock)
Menschen lieben Tiere, schaden ihnen aber trotzdem. Das sehr breite, noch junge Forschungsgebiet der Mensch-Tier-Interaktion versucht diese mitunter beiläufige Beziehung besser zu verstehen. Es untersucht beispielsweise unsere Einstellung zum Tier selbst, wieviel Solidarität wir ihm entgegenbringen, aber auch welcher Nutzung wir es zuführen und wie moralisch vertretbar wir diese finden. Im Folgenden werden einige grundlegende Mechanismen aufgegriffen, die unser Verhältnis zum Tier beeinflussen. Dabei soll ein Augenmerk auf Fleischkonsum gelegt werden, da Fleisch für die meisten Menschen ein unverzichtbarer Bestandteil der Ernährung ist, jedoch dessen Produktion sehr viel Tierleid hervorrufen kann.